Ein fast vergessener Haltegriff:
Umdreher zu Kata-gatame
Text und Fotos: Ulrich Klocke
(Tori: Malte Klocke / Uke: Daniel Lachmann)
Malte Klocke stellt hier einen Umdreher gegen die Bauchlage vor, den er mit Kata-gatame abschließt und den er in Training und Wettkampf erfolgreich anwendet.
Im DJB Prüfungsprogramm wird Kata-gatame nicht mehr als Haltegriff verlangt. Doch Kodokan zählt Kata-gatame zu den sieben Haltegriff-Ideen. Nach dem Motto »Was nicht geprüft wird, wird auch nicht gelehrt!«, kann man bei Kinder- und Jugendmeisterschaften Kata-gatame kaum noch entdecken. Statistisch existiert Kata-gatame auch bei den Top-Meisterschaften des Judo nicht. Allerdings ist auch nicht festzustellen, ob er nicht mehr angewendet wird oder ob er – wie in Deutschland seit einigen Jahren üblich – den Kesa-gatame zugerechnet wird. Auch in meinen beiden Lehrbüchern »Judo lernen« und »Judo anwenden« fristet Kata-gatame ein mehr als bescheidenes »Dasein«. Lediglich eine einzige Bodenaktion wird mit Kata-gatame abgeschlossen (vgl. Judo anwenden, Bonn 1997, S.118). Ulrich Klocke, Februar 2003
Den sich flach auf dem Bauch liegend gegen einen Würgegriff verteidigenden Daniel greift Malte vom Rücken her an. Dabei schiebt er seinen rechten Arm unter Daniels rechter Achsel und dem Hals (Bild 1) so weit hindurch dass er auf sein eigenes linkes Handgelenk fassen kann. Dabei drückt Malte mit seinem linken Unterarm stark auf Daniels linkes Schulterblatt (Bild 2).


Nun zieht Malte sein linkes Bein neben die rechte Körperseite von Daniel (Bild 3), um einerseits seine rechte Schulter besser gegen Daniels rechte Achsel drücken zu können und andererseits kräftig mit den Beinen zu schieben.
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Malte schiebt jetzt mit dem rechten Oberarm Daniel an seiner rechten Schulter nach vorne und blockiert ihn gleichzeitig durch Druck mit dem linken Unterarm auf Daniels linkem Schulterblatt (Bild 4 und 4 a).
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Daniel kann nicht ausweichen und kippt langsam über seine linke Körperseite in Rückenlage. Diesen Moment begleitet Malte, um über Daniels kippende Körper hinweg auf die andere Seite zu gelangen (Bild 5 und 5a). Dabei verhindert er mit dem angewinkelten rechten Bein, dass Daniel eines seiner Beine einklemmen kann.
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Sobald Daniel völlig in Rückenlage gedreht wurde, schiebt Malte aus den Beinen seinen Körper nach vorne, um noch mehr Druck mit der rechten Schulter auf Daniels Arm (Achsel) auszuüben (Bild 6 und 6a).
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Schiebt Malte nun seine Schulter weiter nach vorne und verstärkt den Druck mit den Armen, so wird aus dem Haltegriff Kata-gatame ein Würgegriff, bei dem Daniels eigener Arm die Würgewirkung auf den Hals entwickelt. (Bild 7a)
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