Aktuelle Seite: Geschichte Berühmte Judoka Kurz-Biographie von Tatsukuma USHIJIMA (1904-1985, 9. Dan)

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Kurz-Biographie von Tatsukuma USHIJIMA (1904-1985, 9. Dan)

(Text: Dieter Born)

Ushijima-01Tatsukuma USHIJIMA (牛島辰熊) wurde 1904 in der Präfektur Kumamoto auf Kyūshū geboren. Er begann das Jūdō-Studium im Kyūshinryū Eguchi-dōjō (汲心流江口道場). 1924 siedelte er in die Mandschurei über und trainierte dort im Dairen-dōjō (大連道場). 1926 erfolgte der Eintritt in den Kōdōkan, wo er 1927 den 4. Dan erhielt.

Ushijima erlangte Berühmtheit durch seine Turniersiege bei dem 2., 3. und 4. Meiji-Schrein-Jūdō-Turnier (明治神宮柔道大会, Meiji-jingū-jūdō-taikai), Nov. 1924 (Einzel + Mannschaft), Nov. 1926 (Einzel) und Okt. 1927 (Einzel + Mannschaft), sowie durch seine erfolgreiche Teilnahme an anderen großen Turnieren. Seine größten Erfolge waren seine Siege bei den 2. und 3. Alljapanischen Judo-Meisterschaften (Okt. 1931 und Nov. 1932). Ushijimas Jūdō war nach Aussage von Zeitzeugen gekennzeichnet durch einen "unersättlichen Kampfgeist".

Ushijima war Lehrer der später weltbekannten Jūdōka Masahiko KIMURA (木村政彦), ab 1935, sowie Tokio HIRANO (平野時男), 1941 an der Takushoku-Universität.

Er führte ein sehr bewegtes Leben, in dem er sich nicht nur Freunde machte: So wurde er während des Krieges zum Anhänger von Kanji ISHIHARA (石原莞爾), trat der "Ostasiatischen Vereinigung" (東亜連盟, Tōa-renmei) bei und war in die politischen Wirren seiner Zeit verstrickt - bis hin zur Planung eines Attentats auf den später als Kriegsverbrecher verurteilten Premierminister Hideki TŌJŌ ( 東條英機) gegen Kriegsende.

Nach dem Krieg gründete er u.a. die "Nationale Jūdō-Gesellschaft" (国家柔道協会, Kokka-jūdō-kyōkai) bzw. (im Feb. 1950) die "Internationale Jūdō-Gesellschaft der Profis" (国際プロ柔道協会, Kokusai-puro-jūdō-kyōkai), einen Profi-Jūdō-Verband, dem als wohl bekanntestes Mitglied Masahiko KIMURA (木村政彦) beitrat. 1984 erhielt Ushijima den 9. Dan, und 1985 verstarb er im Alter von 81 Jahren.

Quellen:
1) Jūdō daijiten (柔道大事典, "Großes Lexikon des Jūdō"), Tōkyō: Atene Shobō 1999, 46-47 u. 563-564
2) Kōdōkan (Hg.): Kanō Jigorō taikei (嘉納治五郎大系), Bekkan: Jūdō shiai kiroku, Tōkyō: Hon no tomosha, 1988 (3. Aufl. 1989), 3-4 u. 38-47

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Letzte Änderung: 17. Mai 2009 / Last modified: May 17, 2009.

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