Yoko-tomoe-nage aus der Seitwärtsbewegung
Text und Fotos: Ulrich Klocke
Der japanische Judo-Weltmeister –60 kg von 1981, Yasuhiko Moriwaki, war während seiner Wettkampfzeit einer der besten Yoko-tomoe-nage Spezialisten weltweit. Auf der DJB-Sommerschule zeigte er 2000 in Frankfurt die Variante, die ihm seinen Weltmeistertitel brachte.
1. Aus der Seitwärtsbewegung nach rechts entwickelt Moriwaki seine linksseitige (jap. hidari) Ausführung des Yoko-tomoe-nage.

2. Nach ein bis drei Seitgallopp-Schritten, bei denen Uke stetig stärker gezogen wird und sich daher schneller bewegt, ...

3. ... kreuzt Moriwaki sein linkes Bein hinter seinem rechten, verlängert quasi seinen Schritt und ...

4. ... schafft sich somit Raum zum Ansatz mit stark gebeugtem rechten Bein. Während er sich seitwärts (d.h. in Bewegungsrichtung) nach unten fallen lässt, zieht er Uke am Ärmel und Kragen nach oben.

5. Ukes Oberkörper ist dadurch abgebeugt und Uke »läuft« sozusagen auf den niederfallenden Tori auf.

6. Sobald Tori mit dem Fuß in Gürtelhöhe Kontakt hergestellt hat, wird Uke mit Hilfe des Beins und der Hände ausgehebelt. Dazu stößt der Fuß den Unterkörper von Uke nach oben, während die beiden Hände den Oberkörper Ukes nach unten ziehen.

7. Der Abwurf soll Uke kontrolliert in Seitlage bringen. Dazu streckt Moriwaki sein Bein und drückt sich mit dem anderen Fuß vom Boden ab, um möglichst lange Ukes Fall steuern zu können. Die Hände ziehen Ukes Oberkörper nun entgegen der Fallrichtung und leiten den »Überschlag« von Uke in der Luft ein.

8. Damit Uke korrekt auf seine rechte Seite fallen kann – und nicht flach und schmerzhaft auf dem Rücken landet – zieht Moriwaki in der Schlussphase des Wurfes den Ellenbogen von Uke nach oben.

Achte beim Üben auf:
- die Beschleunigung durch schnellen Seitgallopp
- Raum schaffen durch überkreuzen
- hochziehen im Fallenlassen
- aushebeln durch Druck mit dem Fuß und Zug mit den Händen
- Kontrolle nach dem Wurf
Entnommen aus: JUDO-Sport-JOURNAL, Nr. 29, Seite 12-13, Verlag Dieter Born, Bonn, 2002.
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